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Rasenplatz mit Mähstreifen und weißer Grundlinie in der Abenddämmerung

Turnierlauf · Wimbledon 2004

Wimbledon 2004: Florian Mayers Durchbruch bis ins Viertelfinale

Im Sommer 2004 war Florian Mayer zwanzig Jahre alt und in der Weltrangliste eine Nummer, die außerhalb Deutschlands niemand notierte. Zwei Wochen später stand er im Viertelfinale von Wimbledon, hatte die Nummer drei der Welt geschlagen und galt plötzlich als der interessanteste deutsche Nachwuchsspieler seit Jahren, und der Lauf blieb sein bestes Grand-Slam-Ergebnis.

Der Sieg über Guillermo Coria

Der Lauf bekam sein Gewicht durch einen einzigen Namen: Guillermo Coria, an Nummer drei gesetzt, wenige Wochen zuvor Finalist der French Open und auf Sand in jener Saison nahezu unschlagbar. Auf dem Rasen von Wimbledon traf dieser Spielertyp auf einen Gegner, dessen Schläge ihm jede Rhythmusbildung nahmen; Mayer gewann und stand mit einem Schlag im Blickpunkt.

Danach folgte Wayne Ferreira, ein erfahrener Südafrikaner mit einem für Rasen gebauten Angriffsspiel und über ein Jahrzehnt Tourerfahrung. Auch dieses Match ging an Mayer, womit das Viertelfinale erreicht war. Für einen Spieler ohne Setzung und ohne nennenswerte Grand-Slam-Erfahrung war das ein Sprung über mehrere Stufen, der sich in der Weltrangliste unmittelbar niederschlug.

Im Viertelfinale war gegen Sébastien Grosjean Schluss, mit 5:7, 4:6 und 2:6 gegen den Franzosen, der anschließend das Halbfinale gegen Roger Federer erreichte. Mayer war nicht gesetzt und traf in der zweiten Woche auf Gegner, die auf dem Papier deutlich über ihm standen. Genau diese Konstellation wiederholte sich acht Jahre später.

Warum Rasen zu seinem Spiel passte

Der Belag erklärt einen guten Teil des Erfolgs. Auf Rasen bleibt der Ball flach, springt unregelmäßig ab und belohnt jeden, der Höhe und Tempo variieren kann. Genau das war Mayers Repertoire: geschnittene Bälle aus dem Halbfeld, wechselnde Längen und eine formal beidhändige Rückhand, die er im Ballwechsel auch einhändig zu Ende spielen konnte.

Gegner beschrieben das Problem meist auf dieselbe Weise. Wer gegen Mayer antrat, bekam selten zwei ähnliche Bälle hintereinander und musste die eigene Schlaghöhe permanent neu einstellen. Auf langsamen Sandplätzen ließ sich das über lange Ballwechsel ausgleichen, auf dem schnellen Rasen von Wimbledon nicht, weshalb beide Viertelfinals seiner Laufbahn auf diesen Belag fielen.

Was der Lauf ausgelöst hat

Nach dem Turnier stand Mayer erstmals unter den besten fünfzig Spielern der Welt. Am Jahresende führte ihn die Weltrangliste auf Position 35, dem besten Wert seiner ersten Profijahre und einer Platzierung, die er anschließend drei Saisons nicht wieder erreichte; die ATP zeichnete ihn als Newcomer des Jahres aus, was den Auftritt offiziell einordnete.

Bemerkenswert ist vor allem, wie lange die Fortsetzung brauchte. Auf das Viertelfinale von 2004 folgte erst 2012 das zweite, dazwischen lagen zwei verlorene Endspiele in Sopot, eine Operation am Zeigefinger und ein Absturz auf Weltranglistenplatz 409. Der Durchbruch war echt, aber er war kein Startschuss für eine gerade Aufwärtslinie, denn bis zum zweiten Viertelfinale lagen acht Jahre.

Auch 2004 selbst war mehr als dieses eine Turnier. Bei den French Open erreichte Mayer die zweite Runde, indem er die damalige Nummer 14 der Welt, Fernando González, besiegte, und im April hatte er bei den Estoril Open erstmals im Halbfinale eines ATP-Turniers gestanden, und Wimbledon wurde der Höhepunkt einer insgesamt starken Saison.

Fragen zum Turnier 2004

Welche weiteren Ergebnisse gelangen Mayer 2004?

Bei den French Open erreichte er die zweite Runde mit einem Sieg über die damalige Nummer 14 der Welt, Fernando González. Im April hatte er bei den Estoril Open zum ersten Mal das Halbfinale eines ATP-Turniers erreicht. Wimbledon war damit der Höhepunkt einer durchgehend starken Saison. Das Jahr beendete er auf Platz 35.

Wen hat Florian Mayer in Wimbledon 2004 geschlagen?

Die beiden wichtigsten Siege gelangen gegen den an Nummer drei gesetzten Argentinier Guillermo Coria und gegen den erfahrenen Südafrikaner Wayne Ferreira. Mit diesen Erfolgen erreichte Mayer das Viertelfinale, sein bis dahin bestes Ergebnis bei einem Grand-Slam-Turnier und der Auftritt, der ihn international überhaupt erst bekannt machte. Gesetzt war er in diesem Turnier nicht.

Wie weit kam Florian Mayer 2004 in Wimbledon?

Bis ins Viertelfinale, also in die Runde der letzten acht Spieler des Turniers. Es war zusammen mit dem Viertelfinale von 2012 sein bestes Grand-Slam-Ergebnis überhaupt; bei den anderen drei Major-Turnieren kam er in seiner Laufbahn nie über das Achtelfinale hinaus, das er 2014 in Melbourne erreichte. In Paris blieb die zweite Runde sein Bestwert.

Was brachte der Wimbledon-Lauf 2004 in der Weltrangliste?

Der Sprung führte ihn erstmals unter die besten fünfzig Spieler der Welt. Die Saison beendete er auf Platz 35, dem stärksten Jahresendwert seiner frühen Profizeit. Dazu kam die Auszeichnung als ATP-Newcomer des Jahres, mit der der Verband den Auftritt in Wimbledon offiziell einordnete. Diese Platzierung erreichte er anschließend drei Jahre lang nicht wieder.

War 2004 Florian Mayers erstes Grand-Slam-Turnier?

Nein. Sein erster Achtungserfolg auf dieser Ebene datiert von den Australian Open 2003, wo er als einziger deutscher Spieler die Auftaktrunde überstand und erst in Runde zwei an David Nalbandian scheiterte. Wimbledon 2004 war jedoch der Auftritt, der aus einem Achtungserfolg eine ernsthafte Perspektive machte. Bis dahin war er außerhalb Deutschlands unbekannt geblieben.

Mehr aus dieser Saison

Wie sich dieser Lauf in die Gesamtbilanz einordnet, zeigt der Rückblick auf alle Stationen zwischen 2001 und 2018 mit der Weltranglisten-Kurve als Grafik. Acht Jahre später erreichte Mayer auf demselben Rasen noch einmal die Runde der letzten acht: das Viertelfinale von 2012 liest sich wie die späte Wiederholung dieses Turniers, nur mit vertauschten Rollen.