
Bilanz · Gegner
Die Siege gegen die Top 10: Mayers größte Abende auf der Tour
Zwei ATP-Titel stehen in der Statistik von Florian Mayer, aber erinnert wird er für etwas anderes: für eine Handvoll Abende, an denen er Spieler aus den besten zehn der Welt geschlagen hat. Die vier Namen auf dieser kurzen Liste standen zum Zeitpunkt der Niederlage sämtlich in den Top 10 und erzählen zusammengenommen ein ganzes Jahrzehnt Tennisgeschichte.
Rafael Nadal, Shanghai 2011
Der bekannteste Sieg gelang im Oktober 2011 im Achtelfinale des Masters-Turniers von Shanghai. Mayer schlug Rafael Nadal, damals die Nummer zwei der Weltrangliste, in zwei Sätzen. Es war der Höhepunkt seiner besten Saison, wenige Wochen nach dem ersten ATP-Titel in Bukarest und vier Monate nach dem Karrierehoch auf Platz 18 der Weltrangliste.
Der Sieg passt genau zu seinem Profil. Nadals Spiel baut auf hohen, stark gedrehten Bällen und langen Ballwechseln auf, und beides ließ Mayers Variation aus Unterschnitt und wechselnden Längen ins Leere laufen. Auf schnellem Hartplatz in der Halle fehlte Nadal zusätzlich die Zeit, die sein Spiel eigentlich braucht. Gegen dieses Muster fand er an jenem Abend keine Antwort.
Söderling, Murray, Thiem
Ein Jahr vor Shanghai hatte Mayer in Stockholm den Weltranglistenfünften Robin Söderling geschlagen und war bis ins Endspiel vorgedrungen, das Roger Federer mit 6:4 und 6:3 gewann. Im Januar 2014 folgte in Doha ein Sieg über den Wimbledonsieger des Vorjahres Andy Murray auf dem Weg ins Halbfinale, wo Gaël Monfils die Endstation war.
Der letzte große Name kam im Juni 2016 in Halle: Im Halbfinale besiegte Mayer den Weltranglistensiebten Dominic Thiem glatt mit 6:3 und 6:4, und das als Nummer 192 der Welt. Einen Tag später gewann er das Endspiel gegen Alexander Zverev und damit den größten Titel seiner ganzen Laufbahn. Beide Gegner waren damals jünger als 23.
Dazu kommen Siege, die knapp unterhalb dieser Kategorie liegen. Nikolai Dawydenko, mehrfacher Masters-Sieger, schlug er 2007 im Achtelfinale von Halle und 2011 bei den Australian Open in vier Sätzen. Auch die damaligen Top-20-Spieler Marin Čilić und Feliciano López gehören zu den prominenten Namen auf seiner Siegerliste aus jenen Jahren. Čilić gewann 2014 die US Open.
Die Siege im Überblick
- Rafael Nadal – Shanghai 2011, Achtelfinale, damals die Nummer zwei der Welt
- Robin Söderling – Stockholm 2010, auf dem Weg ins Endspiel
- Andy Murray – Doha 2014, auf dem Weg ins Halbfinale
- Dominic Thiem – Halle 2016, Halbfinale, als Nummer 192 der Welt
Was diese Siege gemeinsam haben
Drei der vier größten Erfolge gelangen auf Hartplatz, der Sieg über Thiem auf Rasen. Auffällig ist die Belagsverteilung allerdings nur auf den ersten Blick: Entscheidend war jeweils die Geschwindigkeit des Platzes, denn schnelle Böden verkürzen die Reaktionszeit und verstärken die Wirkung flach geschnittener Bälle, während sich dieser Effekt auf Sand weitgehend umkehrte.
Fast ebenso auffällig ist, was jeweils danach passierte. Auf mehrere dieser Coups folgte schon in der nächsten Runde die Ernüchterung, oft gegen deutlich schwächere Gegner. Konstanz war nie das Fach dieses Spielers; einzelne große Abende gegen die absolute Weltspitze waren es umso mehr, und genau davon lebt die Erinnerung an diesen Spieler.
Fragen zu den Top-10-Siegen
Welche weiteren prominenten Gegner hat er geschlagen?
Nikolai Dawydenko, mehrfacher Masters-Sieger, besiegte er 2007 im Achtelfinale von Halle und 2011 bei den Australian Open in vier Sätzen. Auch Siege über Marin Čilić und Feliciano López stehen in seiner Bilanz, dazu Guillermo Coria und Wayne Ferreira auf dem Weg ins Wimbledon-Viertelfinale 2004. Die Liste reicht damit über sein ganzes Profileben.
Hat Florian Mayer Rafael Nadal geschlagen?
Ja, im Oktober 2011 im Achtelfinale des Masters-Turniers von Shanghai, und zwar in zwei Sätzen. Nadal war damals die Nummer zwei der Weltrangliste. Es ist der bekannteste Einzelsieg der Laufbahn und fiel in dieselbe Saison wie das Karrierehoch Platz 18 und der erste ATP-Titel in Bukarest. Nadal war damals amtierender French-Open-Sieger.
Welche Top-10-Spieler hat Florian Mayer besiegt?
Die prominentesten Namen sind Rafael Nadal als Nummer zwei in Shanghai 2011, Robin Söderling als Nummer fünf in Stockholm 2010, Dominic Thiem als Nummer sieben im Halbfinale von Halle 2016 und Andy Murray in Doha 2014 auf dem Weg ins Halbfinale jenes Turniers. Alle vier Gegner standen zum Zeitpunkt der Partie in den Top 10.
Warum lagen Mayer schnelle Plätze besonders?
Weil sein Spiel auf flach geschnittenen Bällen und stark wechselnden Längen aufbaute. Auf schnellen Böden bleibt der Ball niedrig und der Gegner hat weniger Zeit, sich auf jede neue Höhe einzustellen. Auf langsamem Sand mit hohem Absprung verlor derselbe Ball einen großen Teil seiner Wirkung. Seine besten Grand-Slam-Ergebnisse fielen entsprechend auf Rasen.
Hat Florian Mayer je gegen Roger Federer gewonnen?
Nein. Er verlor 2010 das Endspiel von Stockholm gegen Federer mit 4:6 und 3:6 und traf 2016 im Viertelfinale von Stuttgart erneut auf ihn, wo er zwei enge Tiebreaks mit 6:7 und 6:7 abgab. Gegen Novak Djokovic verlor er unter anderem das Wimbledon-Viertelfinale 2012. Gegen beide blieb seine Bilanz insgesamt negativ.
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Warum diese Namen und nicht andere: die technische Erklärung des Slice-Spiels beschreibt, wogegen sich Topspieler schwer einstellen konnten. Einmal reichte es an einem einzigen Wochenende gleich zweimal – beim Turniersieg in Halle 2016 schlug Mayer im Halbfinale Dominic Thiem und im Endspiel den damals neunzehnjährigen Alexander Zverev, beide zu diesem Zeitpunkt deutlich besser platziert als er selbst.