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Rekordbuch · Stand: nach Wimbledon 2026

Meiste Grand Slam Titel: alle Rekorde der Herren und der Damen

24 ist die Zahl, an der sich alles misst: Bei den Herren gehört sie Novak Djokovic, bei den Damen seit einem halben Jahrhundert Margaret Court. Die großen Grand Slam Rekorde im Überblick – wer die meisten Grand Slam Titel gesammelt hat, wer die Bestmarke pro Turnier hält und wie nah die aktive Generation inzwischen herankommt.

Die ewige Bestenliste: Herren und Damen im Rekord-Vergleich

HERRENNovak Djokovic242008–2023Rafael Nadal222005–2022Roger Federer202003–2018Pete Sampras141990–2002Roy Emerson121961–1967DAMENMargaret Court241960–1973Serena Williams231999–2017Steffi Graf221987–1999Helen Wills Moody191923–1938Chris Evert181974–1986Martina Navratilova181978–1990Einzeltitel bei Grand-Slam-Turnieren · Stand: nach Wimbledon 2026
Die meisten Grand Slam Titel im Einzel, Herren und Damen. Quelle: offizielle Siegerlisten der vier Major-Turniere, Stand nach Wimbledon 2026.

Auffällig an den Grand Slam Rekorden beider Listen ist, wie kurz die Fenster sind. Djokovic sammelte seine 24 Titel in 15 Jahren, Margaret Court ihre 24 sogar in nur 14. Nur Serena Williams dehnte ihre Sammlung über fast zwei Jahrzehnte, von 1999 bis 2017, und blieb dennoch einen Titel hinter dem Rekord.

Herren: der Rekord von Novak Djokovic

Novak Djokovic hält mit 24 Einzeltiteln den Herren-Rekord, davon allein zehn bei den Australian Open, was dort ebenfalls Bestmarke bedeutet. Dahinter folgen Rafael Nadal mit 22 Titeln, darunter der Monolith von 14 French-Open-Siegen, sowie Roger Federer mit 20 und dem Wimbledon-Rekord von acht Erfolgen, zusammen kommt dieses Trio auf 66 der zuletzt vergebenen Major-Titel.

Der Abstand zur Verfolgergruppe ist enorm: Pete Sampras beendete seine Karriere 2002 mit 14 Titeln, Roy Emerson steht seit 1967 bei zwölf. Zwischen dieser historischen Gruppe und dem heutigen Spitzentrio liegen rund zehn Titel – ein Sprung, den die Statistik so kaum ein zweites Mal kennt, wobei Emerson den Rekord immerhin 33 Jahre lang hielt.

Von der aktiven Generation hat Carlos Alcaraz mit sieben Titeln die besten Karten; sein Sieg bei den Australian Open 2026 machte ihn zum neunten Spieler mit dem Karriere-Grand-Slam. Jannik Sinner folgt mit fünf Majors. Die Saison 2026 ging nicht allein an die beiden: In Roland Garros gewann Alexander Zverev seinen ersten Major-Titel, als erster Deutscher seit Becker 1996.

Ob einer von beiden die 24 erreicht, entscheidet sich erst über ein ganzes Jahrzehnt. Das Tempo spricht für sie: Djokovic brauchte für seinen siebten Titel bis Wimbledon 2014 und war da 27 Jahre alt, Alcaraz stand nach dem Melbourne-Erfolg mit 22 an derselben Stelle, und fünf Jahre Vorsprung sind in dieser Rechnung eine Menge.

Die Grand Slam Titel der Damen: Courts Rekord und die Jägerinnen

Die Grand Slam Titel der Damen führen zu einer Zahl aus einer anderen Tennis-Epoche: 24, gesammelt von Margaret Court zwischen 1960 und 1973, davon elf allein bei den Australian Open. Serena Williams blieb 2017 mit ihrem 23. Titel einen einzigen Sieg unter diesem Rekord, vier weitere Endspiele danach gingen für sie verloren.

Steffi Graf, mit 22 Titeln Dritte der ewigen Liste, hält dafür eine Marke, die niemand sonst vorweisen kann: den Golden Slam 1988. Alle vier Major-Titel und dazu Olympiagold in einem einzigen Kalenderjahr – eine Kombination, die vor und nach ihr keiner Spielerin gelang, und ihre 22 Titel verteilen sich zudem gleichmäßig auf alle vier Turniere.

In der Gegenwart sammelt Iga Świątek am schnellsten: sechs Titel seit 2020, Aryna Sabalenka hält bei vier. Gemessen an den Grand Slam Titeln der Damen vor 1990 wirken diese Zahlen klein. Doch Turnierdichte und Konkurrenztiefe sind heute ungleich höher. Die Saison 2026 zeigte, wie breit das Feld ist: In Melbourne gewann Elena Rybakina, in Wimbledon Linda Nosková ihren ersten Titel.

Der echte Grand Slam: nur fünf Namen in 150 Jahren

Noch seltener als hohe Titelzahlen ist der Kalender-Grand-Slam, also alle vier Majors in einem Jahr. Im Einzel gelang er genau fünf Profis: Don Budge 1938, Maureen Connolly 1953, Rod Laver 1962 und als Einzigem ein zweites Mal 1969, Margaret Court 1970 sowie Steffi Graf 1988, bei den Herren gelang das Kunststück zuletzt vor über 50 Jahren.

Dass seit Graf niemand mehr durchkam, hat einen nachvollziehbaren Grund: Die vier Turniere verteilen sich heute auf drei verschiedene Beläge und rund acht Monate. Spätestens im Halbfinale wartet jeweils ein ausgewiesener Spezialist für genau diesen Untergrund – sieben Runden ohne Ausrutscher, viermal hintereinander, die zweite, oft unterschätzte Bedingung ist Verletzungsfreiheit über die gesamte Saison.

Rod Lavers Doppel-Slam trägt dabei ein Sternchen der besonderen Art: Zwischen 1963 und 1967 durfte er als Berufsspieler bei den Majors gar nicht antreten, weil diese Amateuren vorbehalten waren. Wie viele Titel in dieser Lücke von fünf Jahren liegen, bleibt die große Was-wäre-wenn-Frage der Tennisgeschichte, seine Titelzahl wäre ohne diese Sperre vermutlich deutlich höher.

Meiste Grand Slam Titel pro Turnier

Turnierrekorde im Einzel (Stand: nach Wimbledon 2026)
TurnierHerren-RekordTitelDamen-RekordTitel
Australian OpenNovak Djokovic10Margaret Court11
French OpenRafael Nadal14Chris Evert7
WimbledonRoger Federer8Martina Navratilova9
US OpenSears, Larned, Tilden7Molla Mallory8

Alle Angaben folgen den offiziellen Siegerlisten der vier Turniere und wurden zuletzt nach Wimbledon 2026 abgeglichen. Veränderungen an der Spitze sind bei den Herren durch Alcaraz und Sinner realistisch, bei den Damen durch Świątek und Sabalenka; die Sieger der Saison 2026 zeigen, dass auch andere Namen dazwischenkommen. Die ewigen Bestmarken von Djokovic und Court bleiben davon unberührt.

Ohne die meisten Grand Slam Titel: das Viertelfinale als Gipfel

Für die allermeisten Profis bleiben die meisten Grand Slam Titel eine fremde Welt, ihr Everest heißt zweite Woche. Florian Mayer stand zweimal in einem Wimbledon-Viertelfinale, 2004 und 2012. Gegen Sébastien Grosjean verlor er das erste, gegen Novak Djokovic das zweite, als dieser seine Rekordsammlung gerade aufbaute. Beide Male war in der Runde der letzten Acht Schluss für ihn.

Wie sich eine solche Laufbahn abseits der Rekordlisten liest, zeigt der ausführliche Karriere-Rückblick mit allen Stationen und Endspielen. Welche Rolle das Turnier in Melbourne dabei spielte, steht in der Geschichte der Australian Open – dort begann 2003 sein Durchbruch. Beide Seiten zeigen dieselbe Karriere aus unterschiedlicher Perspektive, die Weltranglisten-Kurve von 2001 bis 2018 steht ebenfalls im Karriere-Rückblick.

Häufige Fragen: meiste Grand Slam Titel

Wer hat die meisten Grand Slam Titel im Einzel gewonnen?

Bei den Herren führt Novak Djokovic mit 24 Einzeltiteln, bei den Damen hält Margaret Court mit ebenfalls 24 Titeln den Gesamtrekord. Serena Williams kommt auf 23, Steffi Graf auf 22. Graf gewann als einzige Spielerin alle vier Turniere plus Olympiagold in einem einzigen Jahr, dem Golden Slam 1988. Beide Bestmarken stehen seit Jahren unangetastet.

Welcher Spieler hat die meisten Titel bei einem einzelnen Grand-Slam-Turnier?

Rafael Nadal mit 14 Titeln bei den French Open – der höchste Wert der Tennisgeschichte bei einem einzelnen Major und zugleich einer der unantastbarsten Rekorde des Sports. Bei den Damen hält Margaret Court mit elf Australian-Open-Titeln den Turnierrekord, gefolgt von Martina Navratilova mit neun Erfolgen in Wimbledon. Beide Marken gelten als die stabilsten Rekorde des Sports.

Wer sind die aktiven Jäger der Grand Slam Rekorde?

Carlos Alcaraz steht nach seinem Sieg bei den Australian Open 2026 bei sieben Majors und hat damit als neunter Spieler der Geschichte den Karriere-Grand-Slam komplettiert. Jannik Sinner hält bei fünf Titeln und ist sein engster Rivale. Bei den Damen führt Iga Świątek die aktive Generation mit sechs Titeln an. Beide prägen die Tour seit mehreren Saisons.

Was ist der Unterschied zwischen Grand Slam und Karriere-Grand-Slam?

Ein echter Grand Slam bedeutet alle vier Major-Titel innerhalb eines Kalenderjahres, was im Einzel nur fünf Profis gelang, zuletzt Steffi Graf im Jahr 1988. Beim Karriere-Grand-Slam genügt es dagegen, jedes der vier Turniere irgendwann einmal gewonnen zu haben – auch verteilt über viele Jahre. Diesen erreichten inzwischen neun Spieler und mehrere Spielerinnen.